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SSD optimieren

SSD optimieren

SSDs sind nicht nur schnell, sondern auch mittlerweile für jeden erschwinglich. An moderne Schnittstellen (SATA 6G) werden teils sogar schon die sequentiellen Transferraten von 500MB/s gesprengt. Die Vorteile einer SSD liegen auf der Hand:

  • niedriger Energiebedarf (daher auch sehr gut für Laptops geeignet)
  • niedrige Latenzzeiten
  • schnelle Übertragungsraten
  • keine mechanischen Bauteile (daher auch lautlos)

Leider ist das nicht bei jedem der Fall. Gerade User, die sich ihr Windows als Image auf die SSD kopiert haben oder diejenigen, die einfach die Einstellungen kontrollieren möchten, habe ich eine kleine Sammlung an Informationen vorbereitet.

Ich beziehe mich auf Windows 7, da ich davon ausgehe, dass nur noch wenige XP nutzen werden, denn XP hat leider gegenüber Win7/Win8 das Problem, dass XP keinen TRIM-Support bietet (muss man manuell mit einer Software machen), wie auch eine Alignment-Problematik, usw. Das soll uns aber nun nicht weiter stören. 

 

2. Systemwiederherstellung für SSD deaktivieren

  • Windows aktiviert standardmäßig immer die Schutzfunktion des Betriebssystems an, dieses sollte wegen den Schreib-/Lesezugriffen auf der SSD deaktiviert werden
  • Wenn man in den "Systemeigenschaften" den Reiter "Computerschutz" anwählt, kann man unten bei den verfügbaren Laufwerken meist bei Schutz ein "Ein" bei dem Systemlaufwerk (C:) erkennen
  • Zum deaktivieren einfach die SSD auswählen, dann auf den Button "Konfigurieren"
  • Im neuen Fenster den Punkt "Computerschutz deaktivieren" auswählen
  • Ich persönlich schraube auch noch die max. Belegung nach unten und sage noch "Löschen", damit der Speicherplatz nicht weiter verwendet wird
  • Danach einfach alles bestätigen und mit OK abschließen

 

3. Auslagerungsdatei optimieren

  •  Es gibt hier viele unterschiedliche Meinungen, aber bereits seit früheren Zeiten lege ich die Auslagerungsdatei immer mit einem festen Wert an und lege diese auch eine andere, mechanische Festplatte (durch die Größe des RAM kommt es meist sowieso nicht zu einer Auslagerung)
  • Einstellen kann man das unter "Systemsteuerung" => "Systemeigenschaften" => "Leistung/Einstellungen" => "Erweitert/Ändern"
  • Hier auf C: klicken und sagen "Keine Auslagerungsdatei"
  • Eine andere HDD anwählen und dort einen festen Wert (2x den gleichen Wert) eintragen (ja es kann langsamer werden, aber die SSD altert dann nicht so schnell !)
  • Für die Größe nehme ich immer das 1,5-fache bei 2-4 GB, ab 8 GB nehme ich immer 8 GB (je nach Arbeit am PC, kann es sein, dass man ggf. ein wenig mehr einstellen möchte - das kann jeder für sich festlegen!).

 Windows-Optimierung

  1. automatische Defragmentierung deaktivieren
  2. Systemwiederherstellung für SSD deaktivieren
  3. Auslagerungsdatei optimieren
  4. Dateiindizierung deaktivieren
  5. Windows-Search deaktivieren
  6. Timestamp-Funktion und DOS Filename 8.3 Komp. deaktivieren
  7. EnableSuperFetch und Prefetch deaktivieren
  8. Temp-Verzeichnisse auf andere HDD legen (sofern andere HDD vorhanden ist)
  9. Weitere Einstellungen setzen (ReadyBoost, Ruhezustand, Boot-Time defrag)
  10. Firefox Browser Einstellungen umgestellen (wer möchte)
  11. IE Browser Einstellungen umgestellen (bei Bedarf)

 

 1. Automatische Defragmentierung deaktivieren

  • Als erstes schaut ihr, ob ihr auf der SSD (meist C:) eine automatische Defragmentierung aktiviert habt
  • Dazu geht ihr in die Eigenschaften des lokalen Datenträgers C: unter dem Reiter "Tools"
  • Dann auf den Punkt "Jetzt defragmentieren"
  • Danach (im neuen Fenster) auf "Zeitplan konfigurieren" und schaut dort nach, ob ein Zeitplan aktiviert ist
  • Sehen tut ihr das, wenn ein Haken bei "Ausführung nach Zeitplan (empfohlen)" aktiviert ist.
  • Deaktiviert diesen Haken und bestätigt alles mit OK

Weiterhin sollte der Dienst generell deaktiviert werden:

  • Rechtsklick auf "Computer", dann "Verwalten"
  • Danach auf die "Dienste" gehen und den Dienst "Defragmentierung" auswählen
  • Im Kontextmenü die Eigenschaften öffnen und den "Starttyp" auf "Deaktiviert" einstellen (ggf. vorher den Dienst "beenden")
  • Wir immer mit OK bestätigen

4. Dateiindizierung deaktivieren

  • Hier gehen wir im Explorer (oder Arbeitsplatz) auf die SSD und wählen diese aus
  • mit rechtsklick öffnen wir das Menü "Eigenschaften"
  • ganz unten ist ein Haken in "Zulassen, dass für Dateien auf diesem Laufwerk Inhalte..."
  • diesen Haken herausnehmen und "Übernehmen"
  • Es wird eine Meldung kommen, dass nicht alle Dateien übernommen werden können
  • Hier wählen wir "Alle ignorieren" und bestätigen mit "OK"
  • Es dauert ein wenig, bis alles durchgelaufen ist. Nach Fertigstellung einfach das Fenster wieder schließen

 

5. Windows-Search deaktivieren

  • Ebenfalls in den Windows-"Diensten" befindet sich der Wert "Windows-Search"
  • Die Suchfunktion kann soweit deaktiviert werden
  • Dazu gehen wir in "Dienste" und suchen "Windows-Search"
  • Hier "Beenden" wir den Dienst und stellen diesen als "Starttyp" auf "Deaktiviert"

 

6. Timestamp-Funktion und DOS Filename 8.3 Kompatibilität deaktivieren

Man kann die beiden Funktionen deaktiveren, wenn man sich sicher ist, dass man diese nicht benötigt. Auch diese Funktionen vermindern die Schreib-/und Lesezugriffe auf die SSD.

Timestamp-Funktion deaktivieren

  • "Start" => "Ausführen" => cmd (wie immer als Admin ausführen [Shift]+[STRG] gleichzeitig drücken + [ENTER] )
  • folgenden Befehl eingeben
  • fsutil behavior set DisableLastAccess 1
  • das Fenster wieder schließen
  • Man sollte nur wissen, dass die Funktion der letzten Dateiänderung (z.B. im Explorer) nun deaktiviert ist und nicht mehr genutzt werden kann

DOS Filename 8.3 Kompatibilität deaktivieren

  • Das kann man deaktivieren, wenn man keine alten Programme mit DOS-Funktionalität nutzt
  • Auch hier wieder die CMD (wie bei der Timestamp-Deaktivierung) öffnen und folgenden Befehl nutzen
  • fsutil behavior set Disable8dot3 1
  • Auch hiernach kann man das Fenster schließen
  • Die Dateinamen werden nun voll angezeigt und die alte 8.3 Schreibweise nicht mehr genutzt (kann zu Problemen mit alten Programmen kommen!)

7. EnableSuperFetch und Prefetch deaktivieren

  • Wir öffnen den "Ausführen"-Dialog mit (Windows+R)
  • Hier geben wir "regedit" ein und bestätigen mit [ENTER]
  • Nun gehen wir in das Unterverzeichnis
  • HKEY_LOCAL_MACHINE\SYSTEM\CurrentControlSet\Control\ Session Manager\Memory Management\Prefetch
  • Im "PrefetchParameters"-Ordner sind nun rechts einige Einträge zu sehen
  • Wir wählen hier die Einträge "Enable Prefetcher" und "Enable Superfetch" durch Doppelklick einzeln aus
  • Hier ändern wir die Werte auf 0 (Null). Ggf. stehen diese vorher bei 1 oder 3
  • Danach schließen wir die Registry einfach wieder (ab einem Neustart werden die Werte übernommen)
  • Nun wollen wir auch den Dienst "Superfetch" in Diensten deaktivieren
  • Dazu gehen wir in die Dienste von Windows und suchen uns den "Superfetch"-Dienst heraus
  • Wir öffnen diesen und setzen den "Starttyp" auf "Deaktiviert"
  • Wieder einmal mit OK bestätigen und Fenster schließen

 

8. Temp-Verzeichnisse auf andere HDD legen (sofern andere HDD vorhanden ist)

  • Man kann die vorgegeben TEMP/TMP Verzeichnisse von Windows ändern und auf eine andere Festplatte legen. Auch hier spart man sich dann wieder die Schreib-/Lesezugriffe auf die SSD
  • Diese befinden sich in den "Systemeigenschaften" unter dem Reiter "Erweitert" und dort der Punkt "Umgebungsvariablen"
  • Hier kann man schon sehen, dass "TEMP" und "TMP" eingetragen sind
  • Diese kann man einzelnd anklicken und mit "Bearbeiten" ändern (man sollte vorher ein Verzeichnis angelegt haben!)
  • Zum Schluss, wie immer, speichern und "OK" sagen

Vorbereitungen/Konfigurationen

Solltet ihr die SSD bereits euer eigen nennen, so sollte man vorher die Firmware der SSD prüfen. Die meisten Hersteller bieten ein Update-Programm für die gängigen SSDs, die teils auch ohne Datenverlust im Windows geupdatet werden können. Allerdings sollte man hier IMMER die Hinweise der Hersteller beachten. Keiner übernimmt die Verantwortung für einen Datenverlust - ich ebenfalls nicht !

Um die Geschwindigkeit einer SSD nutzen zu können und auch die komplette Unterstützung des Betriebssystems (win7 und folgende), sollte man im BIOS des PCs den Controller auf AHCI stellen. (Wie das im einzelnen geht, erfahrt ihr aus eurem Mainboard-Handbuch, bei eurem Hersteller des Mainboard oder ggf. per Suche im Internet).

Über die Vorbereitung der SSD, des Speicherplatzes auf der SSD lasse ich mich nicht aus, da dieses Thema dann doch etwas den Rahmen sprengen würde. Allerdings gibt es sehr gute Informationen im Internet. Wenn es euch interessiert, dann teilt es mir mit.

TRIM-Funktionalität prüfen

In der Eingabeaufforderung ( Start => Ausführen => CMD ) folgenden Befehl ausführen:

fsutil behavior query DisableDeleteNotify

Ergebnis =

  • DisableDeleteNotify = 0 (TRIM ist aktiv)
  • DisableDeleteNotify = 1 (TRIM ist deaktiviert)

AHCI-Modus im Nachhinein im BIOS aktivieren, wenn Win7 schon installiert ist

  • Bootet euren PC mit den installierten Windows7, welches ihr weiterhin nutzen möchtet
  • Ladet euch den aktuellsten AHCI-Treiber vom Mainboardhersteller herunter
  • Registry starten (Windows+R), "regedit" eingeben und mit [ENTER] bestätigen
  • Nun sucht ihr folgenden Schlüssel und ändert den Wert "Start" auf 0 (Null)
HKEY_LOCAL_MACHINE \ System \ CurrentControlSet \ Services \ Msahci
  • Windows herunterfahren
  • Im Bios auf AHCI umstellen
  • Windows neu starten

9. Weitere Einstellungen setzen (ReadyBoost, Ruhezustand, Boot-Time Defrag)

ReadyBoost deaktivieren

  • Normal wird ReadyBoost bei Neuinstall abgeschaltet, es kann aber vorkommen, dass diese Dienst noch aktiv ist
  • Dazu wieder in die Windows-"Dienste" und nach dem "ReadyBoost" suchen
  • Ist dieser nicht vorhanden, so ist er bereits deaktiviert, steht er hingegen noch dort, sollte dieser mit dem "Starttyp" "Deaktiviert" und mit "Beenden" beendet werden

Ruhezustand deaktivieren

  • Der Ruhezustand ist ebenfalls so ein Punkt, den ich immer deaktivieren würde
  • Dazu kann man folgenden Befehl in der Command eingeben
  • Dazu Start => Ausführen => cmd [ENTER] eingeben und folgenden Befehl nutzen
  • powercfg -H off
  • Damit hat man nun den Ruhezustand deaktiviert und kann die Datei hiberfil.sys löschen (versteckte Systemdatei!)

Boot-Time Defragmentierung deaktivieren

  • Normalerweise sollte dies nicht aktiviert sein, aber um sicher zu gehen kontrolliert man diese nochmals nach
  • Dazu auf "Start" => "Ausführen" => "Regedit.exe" [ENTER]
  • Man sucht nun den folgenden String
  • Hier sollte der Wert auf "NO" stehen, sollte der Schlüssel "BootOptimizeFunction" nicht vorhanden sein, dann hat Windows die richtige Konfiguration vorgenommen und wir müssen nichts ändern

 

10. Firefox Browser Einstellungen umgestellen (wer möchte)

  •  Firefox kann man auch ein wenig anpassen, um noch ein wenig Performance herauszuholen
  • Dazu öffnet man den Firefox (FF) und gibt in der Adressleiste "about:config" ein
  • Man bestätigt nun das Feld und sucht den String und stellt diesen auf "FALSE"
  • browser.cache.disk.enable: FALSE
  • Weiterhin legt man einen neuen String an  ( Neu => "Integer" )
  • Als Wert wählt man "30720" (somit 30 MB)

 

11. IE Browser Einstellungen umgestellen (bei Bedarf)

  •  Es kann ganz nützlich sein, den Browser-Cache auf eine nicht-SSD zu verlagern. Damit erhalten wir weniger Schreibzugriffe auf die SSD
  • Als erstes legen wir ein Verzeichnis auf einer anderen Festplatte (nicht SSD) an. Diese sollte natürlich fest im PC verbaut sein
  • Man kann also den IE öffnen und geht in die "Internetoptionen"
  • Im Reiter "Allgemein" im Bereich "Browserverlauf" den Button "Einstellungen" nutzen
  • Nun im neuen Fenster auf "Ordner verschieben" und suchen dann den Speicherort manuell heraus
  • Man bestätigt nun alles mit "OK"
  • WICHTIG ! Der User wird vom PC abgemeldet (man muss sich also danach wieder anmelden!)

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